
Fantasy · Epic Fantasy
Der Flug des Greif
Der Flug des Greif · Book 1
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Übersetzt von Torsten Simon
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THE STORY
Thordric hat sein Leben lang gehört, dass seine Magie gefährlich ist und er sie niemals benutzen darf. In Dinia werden Halbmagier als unkontrollierbar gebrandmarkt.
Als Hochmagier Kalljard unter mysteriösen Umständen stirbt, soll ausgerechnet Thordric den Fall lösen. Die Tat wurde mit Magie verübt – und er hat seine eigenen Kräfte noch nie eingesetzt. Um den Täter rechtzeitig zu finden, muss er lernen, sie zu beherrschen.
Get your copy →Thordric stellt sich vor
„Ich sage es Ihnen, Inspector, er ist ein vernünftiger junger Mann.“
Thordric hörte Inspector Jimmson seufzen. Seine Mutter war seit mehr als einer Stunde im Büro des Inspectors und versuchte mit ihm darüber zu verhandeln, Thordric einen Job im Revier zu verschaffen. „Das glaube ich gern, Maggie, aber man kann nicht leugnen, was er ist.“ Der Inspector senkte seine Stimme, sodass sich Thordric bemühen musste, etwas zu hören. „Er ist ein Halbmagier, um der Zauberei willen. Wenn es jemals herauskommen würde, dass einer wie er hier arbeitet …“
„Einer wie er? Inspector, ich versichere Ihnen, dass dieser besondere Teil von ihm vollständig unter Kontrolle ist“, erwiderte seine Mutter.
„Maggie, Maggie. Denken Sie mal darüber nach, worum Sie mich hier bitten. Sie wissen, Sie sind die beste Pathologin, die ich mir wünschen könnte, und ich möchte Sie wirklich nicht verärgern, aber der Ruf des Reviers …“ Dann war es einen Augenblick lang still. „Ich kann den Jungen einfach nicht hier arbeiten lassen.“
Thordric hörte, wie einer der Stühle zurückgeschoben wurde. „Dann sind Sie nicht der Mann, für den ich Sie gehalten habe“, sagte seine Mutter. Die Tür des Büros öffnete sich, sie ging mit hoch erhobenem Kopf hinaus und ihre hochhackigen Schuhe klackerten langsam und mit Stolz erfüllt. „Komm schon, Thordric, lass uns nach Hause gehen.“
Thordric stand auf, eine Mischung aus Erleichterung und Enttäuschung füllte seinen Magen. Sie drehten sich um, um zu gehen, aber dann öffnete sich wieder die Bürotür. Der Inspector kam heraus und beäugte Thordric, indem er seinen buschigen Schnurrbart zwirbelte. Thordric versuchte, sich unter dem forschenden Blick des Inspectors nicht zu verschlucken.
„Er ist eingestellt“, sagte der Inspector abrupt. „Er fängt morgen früh an, um sieben Uhr dreißig, aber pünktlich. Sorgen Sie dafür, dass er nicht zu spät kommt, Maggie.“
„Vielen Dank, Inspector“, sagte seine Mutter. Thordric dachte, dass er ein Lächeln um ihre Lippen herum aufflackern sah.
Später an jenem Tag brachte Sie ihn zum Schneider, um Maß für seine Uniform nehmen zu lassen. Da er nur der Laufbursche des Inspectors sein würde, brauchte er nicht die vollständige Polizeiuniform.
„Auch gut“, sagte der Schneider, als er ein Maßband an Thordrics Brust anhielt. „Ich glaube nicht, dass ich eine so kleine Größe da habe. Nein, wirklich, es wird eine schlichte Jacke sein müssen, aber in der Größe eines Jungen, denke ich.“
Er nahm Maß und schrieb die Zahl in sein in Leder gebundenes Notizbuch. Thordric streckte seinen Hals, um zu versuchen zu sehen, welche es war, aber der Schneider hielt seine Hand hoch. „Bitte, Sir, Sie sollten sich keine Gedanken über die Einzelheiten machen. Überlassen Sie das mir.“ Er wendete sich dann an Thordrics Mutter und senkte seine Stimme leicht. „Sind Sie sicher, dass er vierzehn ist? Er sieht nicht älter als höchstens zwölf aus, wenn ich ehrlich sein darf, Ma‘am.“
„Ich bin vierzehneinhalb“, sagte Thordric entrüstet. Der Schneider lächelte leicht und nahm weiter Maß.
Ein paar Stunden später kam Thordric mit seiner neuen Uniform in Händen heraus. Er war bereit nach Hause zu gehen, aber seine Mutter nahm seinen Arm und brachte ihn stattdessen zum Frisör. „Was machen wir hier?“, sagte er, als er vor dem Eingang stand und die rot-weiße Stange ansah, die sich an der Wand immer wieder drehte.
„Du willst doch klug aussehen, oder nicht, mein Schatz?“, sagte sie milde.
Aber auch der Frisör kritisierte ihn, indem er sich beschwerte, dass sich Thordrics Haar in solch einem schlechten Zustand befände, dass er ihm möglicherweise keinen der üblichen Polizeihaarschnitte schneiden könne (obwohl er es wirklich versuchte). Nach drei Stunden, in denen es ihm immer heißer und er immer nervöser geworden war, hatte er erklärt, dass das Einzige, das er tun könne, um Thordric klug aussehen zu lassen, sei, es komplett abzuschneiden.
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